Der Markt für FATBikes hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. FATBikes mit zusätzlichem Elektroantrieb haben die herkömmlichen „Bio-Powered“ Bikes nahezu komplett ersetzt. Und für viele FATBiker macht das auch absolut Sinn, denn FATBikes werden häufig dort eingesetzt, wo Kraft und Ausdauer eine besondere Rolle spielen: im Schnee, beim Gepäcktransport oder auf anstrengenden Expeditionen im heimischen Dschungel.
Mit dem Silverback S-Electro Diamond Fat Explorer läutet der Traditionshersteller für preiswerte FATBikes eine neue Ära seiner Bikes ein. Was es mit dem Silverback S-Electro Diamond Fat Explorer auf sich hat und was es kann, erfahrt Ihr in diesem Artikel.
Das Silverback S-Electro Diamond Fat Explorer im Detail
Die Anfänge der e-FATBikes von Silverback liegen schon einige Jahre zurück, und seitdem hat sich einiges getan. Der wichtigste Schritt, zumindest aus technologischer Sicht, war letztes Jahr die Umstellung von Bafang auf Shimano-Antriebstechnik. Diesen Weg wird Silverback konsequent fortführen und den E7000-Antrieb durch einen modernen EP8-Antrieb ersetzen. Geblieben ist ein grundsolider Rahmen aus hydrogeformtem Aluminium, der aber um den neuen Antrieb herum von Grund auf neu entwickelt wurde. Dieser Rahmen bietet auch etliche Optionen zur Montage von Trinkflaschen oder Gepäckträgern, und ein stabiler Seitenständer kann ebenfalls an der linken Kettenstrebe montiert werden. Für ein schweres (und evtl. noch schwerer beladenes) e-Fatty ist das ein extrem sinnvolles Detail.
Ein weiterer großer Schritt: Silverback wird erstmalig eine feine Manitou Mastodon Comp Federgabel (mit 120mm Federweg) anstelle der inzwischen doch sehr angestaubten Rock Shox Bluto verbauen. Die Vorteile lest Ihr im Fahrtest. Geblieben ist indes ein Detail, das man inzwischen als „Signature Feature“ der FATten Silverback Bikes bezeichnen kann: Sun Ringle Mulefüt SL Laufräder mit Vee Tier Bulldozer 26×4.7″ Bereifung werden weiterhin zwischen Bikern und Umwelt vermitteln.
Für die Kraftübertragung sorgt ein 12-fach Menü aus Komponenten der SRAM GX Eagle und NX Eagle Gruppen. Professionelle und artgerechte Verzögerung übernehmen einfache, hydraulische Scheibenbremsen von Shimano, die aber für eine unerwartet beeindruckende Bremswirkung sorgen. Die übrigen Komponenten stammen ausnahmslos aus dem hauseigenen „Surface“-Zubehörregal, wobei Silverback hier nicht knausert und sogar eine versenkbare Sattelstütze verbaut.
Aufgeladen: der Antrieb
Wie erwähnt, besitzt das Silverback S-Electro Diamond Fat Explorer einen Shimano EP8 Antrieb, der mit 250W und bis zu 85Nm Drehmoment glänzt. Seinen Hunger nach Energie kann er mit einem üppigen 720Wh Akku von Darfon stillen. Obwohl im Massenmarkt schon Akkus mit über 800 Wh auf ihren Einsatz warten, darf man zurecht behaupten, dass Silverback bei Antrieb und Akku „up-to-date“ ist.
Der große Kraftriegel verbirgt sich hinter einer Aluminium-Akkuklappe, die „in Wagenfarbe“ lackiert den Akku sicher in Position hält. Zum Laden gibt es eine Ladebuchse im Unterrohr in Motornähe. Alternativ kann der Riegel auch – diebstahlsicher durch einen individuellen Schlüssel – aus dem Bike entnommen und auf dem Schreibtisch geladen werden. Wie von vielen aktuellen Shimano-befeuerten Bikes bekannt, sind Startknopf und USB-Buchse im Oberrohr untergebracht. Und natürlich kommuniziert die Shimano Head Unit auf Wunsch per Bluetooth mit dem Handy – so lassen sich z.B. Updates installieren oder individuelle Einstellungen per App vornehmen.
Das Silverback S-Electro Diamond Fat Explorer im Fahrtest
„Ready for any adventure“ – so beschreibt Silverback selbst das S-Electro Diamond Fat Explorer. Und das definiert in gewisser Weise auch die Zielgruppe, die dieses Bike anspricht: Menschen, die gerne Grenzen verschieben, insbesondere ihre eigenen, und den Schritt wagen, Neues auszuprobieren. Und das gelingt dem Fat Explorer sehr gut. Der Shimano Antrieb arbeitet im „Eco“-Level merklich, aber vor allem extrem lange. Im „Tour“-Modus wird die Leistung so moduliert, dass der Power-Output dem eingehenden Bedarf entspricht – leichtes Treten = leichte Unterstützung, hohe Leistung = hohe Unterstützung. Und im Boost-Modus wirft der EP8 seine ganze Power in die Waagschale und schiebt, was das Zeug hält.
Ihr habt also die Wahl, ob das gesuchte Abenteuer eine besonders ausgedehnte Tour, ein erlebnisreicher Trip in die Berge oder eine aufregende Trail-Action sein soll. Letzteres unterstützt vor allem die Manitou Mastodon: Da sie deutlich steifer als ihr Rock Shox Gegenstück ist, wird das Vorderrad nun deutlich straffer geführt. So haben sich Geradlinigkeit, Lenkpräzision und Bremsstabilität deutlich verbessert und sind dem schweren Fahrwerk nun endlich angemessen.
Auch wenn die Vee Tire Reifen technisch etwas angestaubt sind, spielt das Zusammenspiel aus Antrieb, Bremsen, Geometrie und Reifen sehr gut und zuverlässig zusammen. Und wenn es mal knifflig wird, sorgt die serienmäßige Dropper Post für zusätzliche Bewegungsfreiheit, um das Bike präzise um (oder über) Hindernisse zu zirkeln.
Allerdings sollte man das Singletrail-Abenteuer nicht überreizen. Das weiterhin hohe Gewicht von elektrisch angetriebenen FATBikes, aber auch die eher konservative Geometrieauslegung des Silverback, legt den „Sweet Spot“ des Bikes definitiv auf entspanntere Touren mit viel Komfort und ohne Rückenschmerzen. Tatsächlich summieren sich die Eigenschaften des S-Electro Diamond Fat Explorer zu einem Erkundungsrad.
Natürlich kann man im Gegensatz zu vielen Starrgabeln keine Gepäckträger an der Manitou Mastodon anbringen. Trotzdem bekommt man an einem optionalen Gepäckträger am Heck und einer Lenkertasche eine Menge unter, dazu kommt Platz für 2 randvoll gefüllte Trinkflaschen. So gerüstet und mit 720Wh Powerreserve ausgestattet, lassen sich auch unwegsamstes Terrain erkunden und ein Overnighter „in the middle of nowhere“ ist zum Greifen nah.
Was bleibt?
Das Silverback S-Electro Diamond Fat Explorer ist das Bike, das Grenzen einreißt. Der Rahmen ist solide gefertigt und bietet eine gutmütige Geometrieauslegung, die Komponenten – insbesondere der Antrieb – sind auf dem neuesten Stand. Für alle, die sich nach etwas mehr – oder auch nach etwas Meer – sehnen, eröffnen sich neue Horizonte. Denn das S-Electro Diamond Fat Explorer beherrscht die bekannte Tugend der FATBikes – die unerreichte Performance auf Sand, Schlamm und Schnee – genauso gut, wie es ein Fatty soll. Eben „ready for any adventure“.







































































































